„Eine einmalige Erfahrung“ Schüler der Wilhelm-Kaisen-Schule in Huckelriede organisieren einen USA-Austausch

Erstmalig nehmen Schüler der Wilhelm-Kaisen-Schule an einem Austausch in die USA teil. Um ihnen diese Reise zu ermöglichen, ist das Organisations-Team aufweitere Unterstützung angewiesen. „Die Schüler sind Feuer und Flamme“, sagt Englischlehrerin Christina Kirste. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Irina Woodard organisiert sie den ersten USA-Austausch an der Wilhelm-Kaisen-Schule(WKS).

Die Idee kam den Schülern selber: Seit etwa einem Jahr besteht eine Kooperation zwischen der WKS und dem Verein „Carl Schurz Deutsch-Amerikanischer Club“. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit hatte es bereits eine Veranstaltung zum Wahlkampf in den USA gegeben, schließlich besuchte sogar der US-Amerikanische Generalkonsul Richard Yoneoka die Schüler in Huckelriede. „Sie konnten ihm Fragen stellen und er ging ganz auf sie ein“, berichtet Kirste. Diese Projekte hätten die Schüler nicht mehr losgelassen und sie hatten die Idee, sie auszubauen.

An der Schule existieren bereits Austausch-Programme nach England, in die Türkei und mit einer finnischen Schule. Der Carl-Schurz Deutsch-Amerikanische Club konnte schließlich eine Partnerschule in den USA finden und den Kontakt herstellen. Zunächst wurde per Mail kommuniziert, dann sogar per Video-Chat. Inzwischen ist klar: Eine Gruppe von zehn Schülern der 9. und 10. Klasse wird an dem Austausch mit Schülern der Sol-C.-Johnson-High-School in Savannah, Georgia teilnehmen. „Die Schule bietet als einzige in ganz Savannah seit einem Jahr Deutsch an“, berichtet Neil van Siclen, Präsident des Carl-Schurz Deutsch-Amerikanischen Clubs. „Die Schüler kennen Amerika nur aus Filmen, Serien oder sozialen Netzwerken. Nun haben sie die Chance, das Land und die Leute so kennenzulernen, wie sie wirklich sind“, sagt Woodard. Beide Lehrerinnen hatten selber nach dem Abitur in den USA gelebt. Diese Erfahrung hat bei beiden einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass sie ihre ursprünglichen Studienpläne aufgaben und Englischlehrerinnen wurden.“Es ist eine einmalige Erfahrung“, sagt Kirste.

Die Huckelrieder Schüler leben in den USA in Gastfamilien und erleben sowohl den Schul- als auch den privaten Alltag. Direkt nach ihrer vierzehntägigen Fahrt in die USA kommen die Partnerschüler nach Bremen und leben hier. Die Schüler müssen vieles selbst organisieren, etwa einen gültigen Reisepass haben. Bei den großen Planungen helfen die Lehrerinnen.

„In Huckelriede ist die Teilhabe geringer als in anderen Stadtteilen, wo es ganz normal ist, sich eine Reise in die USA leisten zu können“, sagt van Siclen. Für die Schüler ist es nicht selbstverständlich, dass sie diese Chance haben, berichten er und die beiden Lehrkräfte. Und so müssen sie sich auch selber etwas Geld dazu verdienen, denn nicht alle Eltern können sich den Reisekostenbeitrag von 500 Euro leisten. „Ein Schüler hat zum Beispiel während der gesamten Sommerferien Rasen gemäht und sich so etwas dazuverdient“, berichtet Kirste.

Der Austausch soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden – wenn möglich mit größeren Gruppen, weshalb sich schon jetzt die unteren Klassenstufen darauf freuen und sich im Unterricht ins Zeug legen, berichten die Lehrerinnen.

Um die Kosten für die Schüler und ihre Eltern so gering wie möglich zu halten, ist die Schule auf weitere Unterstützung angewiesen. Spenden nimmt der Förderverein der WKS entgegen, der auch Spendenbescheinungen ausstellt.

Informationen zur Kontoverbindung des WKS-Fördervereins erteilt der Carl-Schurz Deutsch-Amerikanische Club per Mail an info@carl-schurz-dac.de

Schulleiter Oliver Seipke (v. l.), Lehrerin Irina Woodard, ihre Kollegin Christina Kirste und Neil van Siclen, Präsident des Carl-Schurz-Clubs, organisieren gemeinsam mit den Schülern den ers ten USA-Austausch der WKS. Foto: Füller